unterwegs

Italien

Tokana - Kampanien - Sardienien - Apulien

Toskana - Herbst 2003
Um den Sommer etwas zu verlängern entschieden wir uns für einen Kurztrip in die Toskana. Um auch mal einen Billigflieger zu testen flogen wir für wenig Geld von Hahn nach Pisa. Alles kein Problem, für eine solche kurze Strecke brauche ich kein Catering und auch keine Tageszeitung. Die freie Platzwahl ist gewöhnungsbedürftig, aber mit Kind darf man als erstes einsteigen.

Morgens gegen 08:00 Uhr in Pisa angekommen übernahmen wir gleich unseren Mietwagen und fuhren sofort in die Innenstadt von Pisa, dahin wo alle hin wollen. Zum "Schiefen Turm". Aber glücklicher Weise waren wir so zeitig dort, dass wir direkt vor diesem Touristenmagneten parken konnten, und das sogar kostenlos. Also, er ist wirklich ganz schön schief. Und so nach und nach kamen die Reisebusse mit den Pauschaltouristen, vor allem mit Gruppen aus Asien, die sich selbst und den Turm von allen Seiten und Perspektiven ablichteten. Anschließend noch durch die sehenswerte Altstadt bis zum Fluss Arno und dann zu unserem Quartier in San Gimignano, in ein Agricultura. In Deutschland würde man es Pension nennen. Aber es war ganz nett dort.

San Gimignano ist relativ zentral gelegen. Am ersten Tag fuhren wir in die kleine Stadt Volterra und nach Siena. Zwischendurch waren wir noch an solchen schwefelhaltigen Quellen zum Baden. Siena hat uns fasziniert, so dass wir dort noch mal an einem Abend hingefahren sind.

Am zweiten Tag sind wir nach Lucca und an die Mittelmeerküste gefahren. In Lucca hätte man es auch länger ausgehalten. Tolles Flair hinter riesigen Stadtmauern und schönen Cafés. Einkaufen in kleinen Geschäften in engen Gassen, typisch italienisch. In Via Reggio konnte es sich Julius nicht verkneifen, einmal in die Wellen des Mittelmeers zu springen. Obwohl es Mitte Oktober war, war es für einen Deutschen noch Badewetter. Italiener gehen bei diesen Temperaturen natürlich nicht mehr ins Wasser.

Am dritten Tag sind wir dann durch das Chianti gefahren. Da wir mit dem Flugzeug Nach Italien geflogen sind, hätte es uns nichts genützt, den Kofferraum des Mietwagens mit diesen edlen Weinen vollzupacken. Wir mussten uns auf wenige Flaschen beschränken. Selbst das Olivenöl war etwas besonderes, laut Meinung unserer Küchenchefin Birgit. Die frischen Oliven hingen ja auch überall an den Bäumen.

Und die Abende haben wir meist in San Gimignano verbracht. Da waren dann die Tagestouristen wieder in ihren Bus gestiegen und man ist wenigstens mal in eine schöne Pizzeria hineingekommen.

  
der "Schiefe Turm" von Pisa                                Geschlechtertürme in San Gimignano
 
 
Eine alte Kirchenruine in San Galgano
 
  
unsere Unterkunft, Agricultura Piscilla Casanova
 
 
auf der Stadtmauer von Lucca, die bis zu 10m breit und befahrbar ist
 
Olivenhaine im Chianti
 
Oliven kurz vor der Ernte, gutes Olivenöl wird kalt gepresst
 
am Strand von Via Reggio, nördlich von Pisa
 
erst 4 Jahre und schon solchen Hunger
 
 

Herbst 2006 Kampanien - Neapel-Sorrento-Capri

Schon fast Tradition, im Herbst noch einmal nach Italien, um den Sommer etwas zu verlängern. Zumindest ist das möglich, wenn man etwas weiter in den Süden des Stiefels kommt. Mit easy-jet flogen wir von Berlin Schönefeld nach Neapel und übernahmen gleich am Flughafen den Mietwagen. Unser Hotel haben wir von zu Hause aus gebucht. Es war ein Strandhotel, was einem am Golf von Neapel wenig nützt, denn dort ist das Wasser nicht zum Baden geeignet. Dort wären wir auch die einzigen gewesen, die am verdreckten Strand lagen. Insgesamt war alles sehr verdreckt, was man ja nun mittlerweile überall in den Medien sehen konnte, das Müllproblem in und um Neapel. Die Müllberge vor dem Hotel wuchsen täglich.

Aber das waren dann auch schon die einzigen Probleme des Urlaubs. Am ersten Tag erklommen wir gleich den Vesuv. Das ist keine riesige Anstrengung, denn man kann den größten Teil des Weges mit dem Auto fahren. Und wenn man ein Stückchen weiter läuft als die Massen, dann kann man auch ein paar Fotos machen, auf denen nicht unbedingt die unter Stress stehenden Bustouristen mit drauf sind. Am Nachmittag schauten wir uns dann noch Pompej an, die vom Vesuv verschütte Stadt. Unser Sohn war begeistert und sorgte dafür, dass wir auch bis zur letzten Ausgrabung vordrangen.

Nicht versäumt haben wir die Stadt Sorrento und die Amalfiküste. Hier ist dann auch das Baden im Meer problemlos und schön. Auf den engen Strassen der Amalfiküste bietet sich nach jeder Kurve ein neuer fantastischer Blick auf die Berge oder das Meer.

Einen Tag verbrachten wir auf der Insel Capri, irgendwie auch ein Muss, wenn man schon mal in Kampanien ist. Auch hier wollten wir irgendwie dem Massentourismus entkommen und wählten den anstrengenden Fußweg nach Annacapri über 1000 Stufen. Den Weg hatten wir für uns allein und als wir erst gegen Mittag dort ankamen waren die meisten Busse schon wieder unterwegs. Herrliche Aussichten waren die Belohnung für den anstrengenden Weg. Mit dem Sessellift erklommen wir dann den Gipfel bei Annacapri. Mit dem Bus fuhren wir dann nach Capri Stadt, besichtigten die Via Krupp und die niedliche Stadt bevor es wieder mit der Fähre zurück ging.

Am letzten Tag schauten wir uns Neapel an. Abgesehen vom Müllproblem ganz sehenswert. Von Kriminalität haben wir glücklicherweise nicht mitbekommen. Shoppen lässt es sich natürlich auch ganz gut in dieser Millionenmetropole. Man sollte es aber tunlichst vermeiden mit dem eigenen Auto in die Stadt zu fahren. Das Nahverkehrssystem ist recht gut ausgebaut und auch erschwinglich.

Zusammenfassend kann ich diese Gegend empfehlen auch wenn so der eine oder andere Makel festgestellt wurde. Ich weiß auch nicht wie es dort in der Hochsaison aussieht. Ich stelle mir alles noch voller vor und die Hitze dürfte ein Übriges tun. Und wenn der Müll bei 30 Grad und mehr immer noch nicht beseitigt ist ... ???

 

Blick auf Sorrento Pompeij
Verdächtige nach Schwefel riechende Dämpfe am Vesuv Ein Blick in den Krater des Vesuv
Der Marktplatz von Ravello Das Häusermeer der Metropole Neapel
Wenn bei Capri ... Die Via Krupp auf Capri

Sardinien - Sardegna Oktober 2008

 

Bereits während unseres eintägigen Aufenthaltes auf der Durchreise nach Korsika im Jahre 2004 waren wir uns einig, Sardinien ist eine eigene Reise wert. Bei der Planung des schon fast traditionellen Herbsturlaubes in Italien stach ein Angebot von easyjet ins Auge, Berlin-Schönefeld nach Olbia für einen echt guten Preis. Schnell gebucht, Mietwagen war noch nie ein Problem in Italien und mit dem Agritourismo Tenuta Pilastru in der Nähe von Arzanchena fanden wir auch eine sehr schöne Unterkunft für 5 Nächte in der Nähe von Olbia (30min mit dem Mietwagen).
Ristorante des Tenuta Pilastru, Agritourismo -  mediterran, aber modern der Blick von unserer Unterkunft auf endlose Machia
Da wir morgens flogen, hatten wir noch reichlich den halben Tag vor uns, den wir auch nutzten um nach Porto Cervo zu fahren und uns dort etwas umzuscheuen. Wahnsinn, wie verlassen diese Stadt Ende Oktober ist. Die vielen vielen Designerläden waren komplett leer geräumt, da das zahlungskräftige Publikum die Hauptsaison zu bevorzugen scheint. Einen 452m hohen Berg erklommen wir auch noch, der Ausblick war jedoch durch tief hängende Wolken.

Am ersten Tag nach Alghero an der Westküste. Allein die Fahrt entlang der Galluraküste ist ein Erlebnis und bietet reichlich beeindruckende Fotomotive. Die Stadt Alghero besuchten wir bereits 2004, aber weil sie so schön war, fuhren wir nochmals hin, dieses Mal auch um eine Fahrt mit dem Schiff zu den Grotten zu unternehmen, wunderschön, aber ganz schön abgezockt. Beim bezahlen der 14 Euro pro Erwachsenen für die Fahrt zur Grotte, verlor man kein Wort darüber, dass der Eintritt in die Grotte nochmals 10m Euro kostet. Aber wenn man schon mal dort ist, hat man kaum eine Alternative. Trotzdem, es war sehr schön.

 

ein Feigenkaktus auf einem der zahlreichen Felsen der geschäftige Hafen von Alghero

Am nächsten Tag fuhren wir gleich morgens nach Palau, um von dort aus mit einer Fähre zum La Maddalena NP überzusetzen. Zwei der Inseln schauten wir uns an, zum einen die Hauptinsel La Maddalena und die urige Nachbarinsel Caprera. Natur pur erlebt man jedoch auf beiden Inseln, nur dass die größere noch die geschäftige Inselhauptstadt La Maddalena vorweisen kann.

 

Der Abend gehörte der Stadt Olbia zum Shoppen und Sightseeing. Beides muss nicht unbedingt sein, irgend einen Charme dieser Stadt, wie etwa Alghero, konnten wir nicht finden und beim Shoppen bekamen wir den Eindruck, dass es viele Millionäre auf Sardinien geben muss.

 

Machia auf Caprera im La Maddalena N.P. geschäftiges Treiben in La Maddalena

Am 3. Tag schauten wir uns erst ein paar Ausgrabungsstätten in der Nähe von Arzanchena an. Der Nachmittag war für die berühmtberüchtigte Costa Smeralda verplant. Schön ja, aber hier muss die Geldelite Italiens oder auch Europas ihren Sommersitz haben, was dann auch die Preise in sardischen geschäften erklärt. Obwohl es laut Reiseführer in Italien keine privaten gesperrten Strände geben soll, war es kaum möglich irgendwie an einen Strand zu kommen. Mag sein, dass sie Strände nicht gesperrt sind, aber was nutzt das, wenn die Straßen dorthin privat sind und nicht befahren werden können. Beim Versuch in eine Sackgasse zu fahren wurden wir sehr unfreundlich von Carabineris, die extra für uns mit ihrer MPi herumfuchtelten zum Wenden aufgefordert. Letztendlich haben wir noch einen Strand gefunden, an dem wir ins Meer springen konnten.

Am letzten Tag zog es uns noch einmal an die Galluraküste, dieses Mal an den Abschnitt zwischen Palau und Santa Teresa di Gallura. Auch hier wieder herrliche Strände, urige Machialandschaften und abstrakte Felsformationen, die von unserem Sohn gern erklettert werden. Ein krönender Abschluss war die Wanderung zwischen den Felsen am Capo Test bei Santa Teresa. Der tobenden Brandung und den meterhohen Wellen hätte man stundenlang zusehen können. Im Hintergrund das korsische Bonifazius mit seinen Kreidefelsen war gut erkennbar.

 

Ausgrabung eines Gigantengrabes bei Arzanchena der "Bärenfelsen" am Capo de Orso
Surfer die es drauf haben an der Galluraküste ein Strand an der Galluraküste dem man nicht widerstehen kann
Blick hinüber nach Bonifazio auf Korsika tobende See am Capo Testa bei Santa Teresa di Gallura
 
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Apulien Herbst 2010               nach oben

 

Willkommen im Süden Italien, und Italien fängt ja erst ab Pisa an. Unsere diesjährige Herbstferienreise führte uns ganz in den Süden der "Stiefelhalbinsel".   Unser Flug bis Bari verlief reibungslos. Das italienische Flair begegnete und auch gleich bei unserem ersten Stopp in Trani. Das auch schon von Neapel bekannte Fahrverhalten erkannten wir sofort wieder. Unsere eine Woche Urlaubszeit haben wir auf zwei Hotels verteilt. Die ersten drei Tage gehören der Halbinsel Gargano, dem Sporen des Stiefels. Unser Hotel buchten wir in Monte Sant Angelo. Heute haben wir nun den östlichsten Punkt von Gargano angefahren, Vieste. Eine schöne typisch italienische Stadt, enge Gassen, weiße Kalksteingebäude und Palmen. Etwas ruhig ist es hier  schon, denn wir Touries sind ja unterwegs, wenn der Italiener Siesta macht. Das Wetter spielt auch super mit, sodass wir heute gleich mal in der Adria Baden waren.

 

unser Hotel in Monte Sant Angelo Monte Sant Angelo
ein Alimentari in Monte Sant Angelo fast menschenleerer Strand im Süden von Gargano
  das Wahrzeichen von Vieste
Vieste Vieste

Der zweite Tag auf der Gargano Halbinsel gehörte dann Rodi del Gargano und der Großstadt Foggia, die auch die Hauptstadt der gleichnamigen Region ist. Wie überall war auch hier die Saison vorbei und man möchte sich nicht ausmalen wie es hier im Sommer zugeht. Schon weit vor den Städten weisen Schilder auf Staugefahren hin. Uns blieben Staus jedoch erspart, aber Parkplätze sind auch jetzt schon Mangelware. Der Italiener scheint es ohnehin zu bevorzugen, in der zweiten Reihe direkt vor dem Geschäft zu parken, in dem er auch einkaufen will. Foggia ist nun kein unbedingtes Muss für einen Touristen, aber wenn man Einkaufen möchte ist man hier nicht verkehrt.

Die großen Touristenorte Torre del Orso oder San Foca an der Küste wirken wie Geisterstädte, denn diese werden nur in der Hochsaison "bewirtschaftet". Uns stört es nicht, wenn wir alleine am Strand liegen. Die Italiener halten uns ohnehin für verrückt, wie man im Oktober im 22 Grad "kalten" Wasser noch baden kann. Nach gestrigem wechselhaften Wetter gab es heute Sonne pur. Ein Zustand der bis Urlaubsende anhielt.


Nach 3 Nächten auf Gargano zog es und in Richtung Süden, ganz nach Süden. Unterwegs stoppten wir im Trulligebiet in und um Allberello. Hier sind die kleinen Häuschen mit den runden Dächern zu Hause. Die Region am Absatz heißt Salento oder die Lecce - Region rund um die Großstadt Lecce. Lecce selbst ist allemal sehenswert. Typische italienische Innenstadtgassen, ein Amphitheater  im Zentrum, Kirchen und ein Dom, kleine Boutiquen und Cafés. Und wenn man wie wir Glück hat und einen vernünftigen Parkplatz findet, ist das ganze Stadtzentrum erlaufbar. Den Nachmittag verbrachten wir dann wieder an der Adriaküste ganz in der Nähe von Lecce. Das Autofahren ist natürlich auch hier gewöhnungsbedürftig, vor Allem in den Innenstädten. Aber wer Neapel am Samstag Vormittag durchquerte, den kann nichts mehr schocken.

 

 

Trullis, die Iglus des Südens  
Amphitheater in Lecce Domplatz in Lecce
Unser Hotel in Lecce Adriastrand bei Sant Foca
   

 

Am zweiten Tag im Süden steuerten wir Gallipoli am Ionischen Meer, also auf der Mittelmeerseite, an. Diese Hafenstadt bringt natürlich wieder reichlich mediterranes Flair mit sich.  Die Altstadt, die weit ins Meer hineinragt lädt mit ihren Gassen, kleinen Boutiquen, Cafés und dem Fischmarkt zum Bummel ein. Vespas schleichen knatternd über die grob gepflasterten Wege. Empfehlenswert ist ein Besuch einer alten Ölmühle, die überwiegend minderwertiges Öl presste, welches europaweit als Lampenöl verwendet wurde. Mit der Entdeckung des Petroleums brach dieser Markt jedoch vollständig zusammen.

 

Gallipoli Gallipoli

 

Der dritte Tag im Süden führte uns schließlich zum südlichsten Punkt Apuliens. Der südlichste Punkt auf dem Festland Italiens dürfte in Calabrien liegen, da der Stiefel schräg ins Mittelmeer ragt. Der Weg entlang der Ostküste führte uns als erstes nach Otranto, einer geschichtsträchtigen Hafenstadt an der südlichen Adria. Der Ausblick auf das blau und türkis schimmernde Meer über breiten Festungsmauern ist faszinierend. Auch hier begegned einem wieder das italienische Flair. Nach einer Siesta am Strand, wir haben uns nun den südländischen Gepflogenheiten angepasst, fuhren wir mit unseren Mietwagen entlang der Adriaküste zum südlichsten Punkt Apuliens, dem Punta Ristola, sozusagen die Sohle des Stiefelabsatzes.

 

Otranto Otranto
Am Strand von Torre del Orso am südlichsten Punkt Apuliens
Monopoli Picknick am Strand von San Giovani

 

Am nächsten Morgen hieß es nun schon wieder Koffer packen, denn gegen 17:45 Uhr sollte die B 737 der Air Berlin von Bari nach Tegel abheben, was sich auch mit ca. 40 min Verspätung tat. Auf dem weg zum Airport stoppten wir noch in Monopoli um unsere obligatorischen Mitbringsel, Olivenöl und Salami zu kaufen. In einem richtig urigen Tante Emma Laden bekamen wir auch noch ein scharfes Gewürzöl, welches die urige italienische Grande Mama zwischen ihren Büchern hervorkramte. Die letzte Stunde des gelungenen Urlaubs verbrachten wir noch mit einem Picknick am Strand von San Giovanni ca. 50 km vor Bari.     

 
   
   
   
   
   
   
   

 

 

 

 



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